Palmöl
Beschreibung
Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Elaeis Guineensis-Palme gewonnen und ist einer der am häufigsten verwendeten fetthaltigen Rohstoffe bei der Herstellung fester Seifen (sowohl im Kalt- als auch im Heißverfahren). Es liegt als halbfeste, geschmeidige Fettmasse von gelblich-weißer Farbe mit neutralem Geruch vor. Seine bemerkenswerte Stabilität bei hohen Temperaturen und seine hohe Oxidationsbeständigkeit (Ranzigkeit) machen es zu einem idealen Inhaltsstoff für industrielle oder handwerkliche Verseifungsprozesse.
In Seifenrezepturen wirkt Palmöl als Strukturgeber. Durch sein natürliches Lipidprofil verleiht es dem Endprodukt Konsistenz, Härte und eine kontrollierte Schmelzrate.
Eigenschaften bei der Seifenherstellung
-
Sorgt für Härte: Die in seiner Zusammensetzung enthaltene Palmitinsäure verleiht der festen Seife eine kompakte Struktur und hohe physikalische Widerstandsfähigkeit, sodass das Seifenstück bei Kontakt mit Wasser nicht schnell weich wird.
-
Schaumqualität (cremiger Schaum): Im Gegensatz zu Kokosöl (das einen Schaum mit großen, luftigen Blasen erzeugt) bildet Palmöl einen dichten, stabilen, cremigen und feinen Schaum.
-
Moderate Reaktionsgeschwindigkeit (Trace): Beim Mischen mit der Natriumhydroxid-Lösung (NaOH) bewirkt raffiniertes Palmöl eine vorhersehbare, mäßig schnelle „Trace“, sodass Seifenhersteller an ästhetischen Details, Texturen oder farbigen Gießtechniken (Swirls) arbeiten können.
-
Sanfte Reinigungskraft: Seine Fettsäuren entfernen Unreinheiten wirksam, ohne die Hydrolipidbarriere so stark anzugreifen oder zu entfetten wie die Laurin- und Myristinsäuren in Kokosöl oder Palmkernöl.
-
Neutrale Basis zur Individualisierung: Die gelblich-weiße Farbe und das Fehlen eines Eigengeruchs ermöglichen die originalgetreue Wiedergabe kosmetischer Farbstoffe (Oxide, Micas) und den unveränderten Erhalt von Duftstoffen oder ätherischen Ölen, die am Ende des Prozesses hinzugefügt werden.
Anwendung
-
Empfohlener Anteil in Rezepturen: Bei der Formulierung natürlicher Seifen im Kaltverfahren (Cold Process) wird Palmöl typischerweise in einem Anteil von 20% bis 45% der gesamten Fette verwendet. Wird die Grenze von 50% überschritten, kann eine zu harte, spröde Seife entstehen, die beim Schneiden zum Reißen neigt.
- Die klassische Basiskombination: Für eine ausgewogene Seife (Härte, Schaum, Pflegewirkung) wird Palmöl zusammen mit Kokosöl (für große Blasen und Reinigung) und Olivenöl (für Emollienz und pflegende Eigenschaften) verwendet, wobei die Standardformel häufig in relativ gleichen Anteilen auf diese drei Fette verteilt wird.
Einzelheiten
Rezepte mit diesem Produkt
Rezensionen
Schreiben Sie eine Bewertung und sammeln Sie Treuepunkte im Wert von 0,40 €.

